Viel mehr als nur schöne Bilder von oben

22. Juni 2019

Drohnen stellen ein stetig an Bedeutung gewinnendes Messwerkzeug dar, das weitaus mehr liefern kann als schöne Luftbilder und -videos. Die Voraussetzung dafür ist jedoch eine professionelle Ausrüstung, technisches Verständnis sowie Fachwissen in den Bereichen Luftfahrtrecht, Meteorologie, Photogrammetrie und Vermes-sung. Aufgrund der großen Dynamik in diesem Bereich erfordert es zudem eine regelmäßige Fortbildung, da sich rechtliche Grundlagen und technische Möglichkeiten sehr schnell verändern.

Wie funktioniert eigentlich die Datenerhebung mit Drohnen?

Bei einer Drohnenbefliegung wird das Zielgebiet – also etwa der zu beplanende Bereich und die daran anschließende Bestandsbebauung – in einem regelmäßigen Muster von der Trägerplattform überflogen. Dabei nimmt der Sensor in regelmäßigen Abständen hochaufgelöste Photos des Zielgebietes aus unterschiedlichsten Perspektiven auf. Typischerweise werden bei einer solchen Befliegung mehrere Hundert, in vielen Fällen auch mehrere Tausend Einzelphotos aufgenommen. Zur genauen Verortung der Photos werden im Vorfeld am Boden Passpunkte signalisiert und mit klassischen Verfahren eingemessen. Im An-schluss an eine Befliegung werden diese sehr großen Datenmengen – in der Regel mehrere Gigabyte – auf leistungsstarke Computer übertragen und dort mittels photogram-metrischer Verfahren zu 3D-Daten aufbereitet. Diese Modelle bestehen aus vielen Millionen einzelnen Messpunkten, die jeweils drei Koordinaten (X, Y und Z) sowie einen Farbwert besitzen. Diese sogenannte Punktwolke bildet die Grundlage aller aus einer Drohnenbefliegung abgeleiteten Datensätze.

Klares Anforderungsprofil definieren

Die im Rahmen eines Drohnenfluges erfassten Daten und die daraus abgeleiteten Produkte sind sehr vielfältig und reichen von einfachen Schrägluftbildern bis hin zu sehr komplexen CAD-Modellen in 3D. Daher ist es äußerst wichtig, die Anforderungen an das Endprodukt vor einer Beauftragung gemeinsam mit dem Dienstleister sehr präzise zu definieren. Die folgenden Fragen helfen dabei, ein klares Anforderungsprofil zu definieren:

–  Wie groß ist die zu erfassende Fläche/das zu erfassende Objekt?
–  Welche räumliche/zeitliche Auflösung wird benötigt?
– Wie sind die Anforderungen hinsichtlich der absoluten/relativen  Lagegenauigkeit?
– In welchem Referenzsystem werden die Daten benötigt (z.B. lokal/DHDN GK3/ ETRS89UTM32N)?
– Welches Produkt wird benötigt (z.B. Bestandsplan, Orthophoto, 3D-Visualisierung)?
– In welchem Dateiformat soll das Endprodukt vorliegen?

Wahl der passenden Komponenten entscheidend

Sind diese Fragen gemeinsam mit dem Dienstleister beantwortet, so definiert dieser die entsprechenden Parameter für die Erstellung des Flugplanes sowie die anschließende Datenaufbereitung. Dazu ge-hören unter anderem:

– Wahl der passenden Trägerplattform (Starrflügler/Kopter) und Sensoren,
– Flughöhe, Fluggeschwindigkeit, Überlappung der Einzelaufnahmen,
– Anzahl und Lage von Passpunkten,
– Wahl der Software für die Datenauswertung                                (z.B. Photogrammetriesoftware, GIS, CAD).

Sind diese technischen Anforderungen definiert, müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen geprüft werden, die für die entsprechende Befliegung gelten. Seriöse Dienstleister zeichnen sich dadurch aus, dass sie die geltenden Regeln kennen, einhalten und die entsprechenden Genehmigungen, Versicherungen, sowie Zertifi-zierungen vorweisen können.

Vom Orthophoto zum Bestandsplan

Drohnendaten können dazu beitragen, Verfahren der Bauleitplanung effizienter und reibungsloser zu gestalten. Das gilt für erste vorbereitende Maßnahmen im Vorfeld des Aufstellungsbeschlusses, die Vermessung im Rahmen der Bestandserfassung und reicht bis zur leicht verständlichen Darstellung von Planungsentwürfen. Professionelle Vermessungsdrohnen eignen sich dabei hervorragend, um flächenhafte, aktuelle und ge-naue 2D- und 3D-Daten zu erzeugen.

Die Kosten des Drohneneinsatzes sind ungefähr mit denen einer klassischen Vermessung vergleichbar. Dafür erhalten Kommunen und Planer jedoch deutlich präzisere Daten – vom Orthophoto über den Bestandsplan bis zur Visualisierung – auf die in verschiedenen Phasen eines Bebauungsplan-Verfahrens zurückgegriffen werden kann.

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